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Die Grande Sonate No. 4 (Op. 7) in Es-Dur ist eine der längsten des gesamten Sonatenzyklus. Die besondere Wichtigkeit, die Beethoven dieser Sonate beigemessen hat, erkennt man nicht nur am Titel, sondern auch daran, dass sie unter einer gesonderten Opus- Nummer veröffentlicht wurde, ein zu diesem Zeitpunkt ungewöhnlicher Vorgang. Von Zeitge- nossen wurde die Sonate häufig „Der Verliebte“ genannt, da Beethoven zum Zeitpunkt ihrer Komposition romantische Gefühle für die Widmungsträgerin des Werkes, seine Schülerin Comtesse Babette von Keglevics, gehegt haben soll. Auch Carl Czerny berichtet, dass die Sonate in „sehr leidenschaftlicher Stimmung“ komponiert wurde. Allein schon die Satzbezeichnungen sollten jeglichen Zweifel an der Richtigkeit dieses Kommentars ausräumen: zwischen Molto Allegro e con brio, Largo, con gran espressione und Poco Allegretto e grazioso tut sich ein unerhört weites Ausdrucksspektrum auf. Schon in den allerersten Takten des Molto Allegro zieht uns das Klanggeschehen mit seinem pochenden, feurigen Vorwärtsdrängen in seinen Bann: in einem einzigen Sog entfaltet sich der gewaltige, in seinen Ausmaßen ins symphonische gesteigerte, erste Satz. Der zweite Satz bildet danach den größtmöglichen Kontrast: auf die drängende, verzehrende Intensität des ersten Satzes folgt tiefe Ruhe und Stille. In keinem anderen Stück hat Beethoven die musikalische Bedeutsamkeit von Pausen so hervorgestrichen wie in diesem Largo. Der dritte Satz wurde ursprünglich als Bagatelle konzipiert und erst später in den Sonatenverlauf integriert. Formal erinnert dieser Satz an ein Scherzo, ist jedoch von lyrischerem Charakter. Das Rondo ist eine der delikatesten und sinnlichsten Eingebungen Beethovens. Der ganze Satz wird vom herrlichen Rondothema geprägt, und nur kurz ziehen dunkle c-Moll Wolken auf. Höchste Meisterschaft verrät, wie Beethoven diesen zornigen, wild aufbrausenden Mittelteil am Ende dann wieder in luftige Grazie verwandelt.

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